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Dick Brave Berlin
der Rock`n` Roll lebt bzw. bebt

Dick Brave and the Backbeats Rock´n´Roll Therapy-Tour Berlin 25.05.2011
Das ist Rock´n´Roll! Genauso muss es klingen, wenn der gute alte Rock´n´Roll zum Leben erwacht.
Mit der akademischen Viertelstunde Verspätung ging es los im prall gefüllten C-Club am ehemaligen Flughafen Tempelhof in Berlin. Dick Brave and the Backbeats rockten die Bühne bzw. die Hütte. Die Stimmung war von Anfang an sehr, sehr gut, bis sie schließlich zum Ende des Konzerts richtig überkochte. Das Publikum war sehr gemischt – jung, alt, Rockabilly-Fans, Sasha-Anhänger, flippig, „normal“, alles, was man sich an Gesichtern vorstellen kann.
Dick Brave, neu gestählt nach seiner Auszeit in den Bergen Kanadas, und seine Backbeats (Mike Scott, Phil X. Hanson, Matt L. Hanson und Adriano Batolba) gaben eine äußerst gute Figur ab. Sie sangen, tanzten und „malträtierten“ ihre Instrumente, dass es eine wahre Freude war. Meist waren es schnellere Songs, die gespielt wurden. Das enorme Tempo des Konzerts ließ Dick Brave und seine Bandmitglieder ganz schön schwitzen. Aber auch die langsameren Teile des Konzerts waren absolut hörenswert (und zum Abkühlen – auch des Publikums dringend notwendig).
Mein Favorit des Abends war ein sehr gefühlvoll gesungenes, neu arrangiertes, „Always on my mind“ – im Original von Elvis Presley.
Dick Brave, der Ur-Kanadier, versuchte sich zwischen den Songs ein wenig in der deutschen Sprache – zur Belustigung des Publikums. Er war nicht akzentfrei, aber er machte seine Sache diesbezüglich sehr gut. Genau wie Backbeat-Gitarrist Adriano Batolba, der nicht nur göttlich spielte und über die Bühne fegte, sondern das Publikum auch immer wieder anfeuerte (allerdings auf Englisch) bei den Liedern ordentlich mitzugehen, was aber wie selbstverständlich klappte, insbesondere bei den Songs der ersten Dick Brave-CDs, die fast jeder im Publikum kannte. Einige Passagen verschiedener Songs bestritt das Publikum (zur Entlastung, der Band, die wirklich ALLES gab) allein. Und es klang gut! Gut war auch der Instrumentenwechsel gegen Ende des Konzerts, wo jeder der fünf Jungs auf der Bühne einmal das Instrument des anderen spielte bzw. einen kurzen Part sang.
Nicht nur musikalisch, auch sportlich ist die Band äußerst gut drauf. Sie erkletterten die Boxen und Instrumente, nutzen das Klavier für akrobatische Einlagen, schwangen ihre Instrumente, insbesondere den Kontrabass, hoch durch die Luft und Dick Brave heizte mit flotten Tanzeinlagen dem Publikum gewaltig ein.
Ich fand es klasse! Wenn man die fünf Jungs einmal von der Leine lässt, ist Stimmung garantiert. Und der Rock´n´Roll lebt bzw. „bebt“ noch mehr als 50 Jahre nach seiner Entstehung, als wäre diese Musikrichtung gerade gestern erst aus der Taufe gehoben worden.
Thank you, Dick Brave and the Backbeats. Viel Erfolg für die Rock´n´Roll Therapy-Tour 2011.
Mir hat die Therapie (schon) geholfen…
