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West Side Story

eine imposante Kulisse

West Side Story 02.08.2009

Eine imposante Kulisse –
die Stiftsruine in Bad Hersfeld, wo in dieser Spielzeit das Musical „West Side Story“ aufgeführt wurde.
Ich hatte das Glück am 02.08.09 die Derniere des Stücks besuchen zu können.
Bei dieser Aufführung stimmte nahezu alles. Nur das Wetter spielte nicht mit, was aber nur die Darsteller zu „Regenopfern“ machte, denn der Zuschauerraum und der Orchestergraben sind in Bad Hersfeld überdacht, nicht so die Bühne.
Das Wetter stellte für die Darsteller zwar ein Hindernis dar, jedoch meisterten sie es mit Bravour. Der Regen tat der hohen Qualität der Aufführung keinen Abbruch, auch wenn der eine oder andere Darsteller beim Tanzen mal ausrutschte. Das passiert eben.
Die Inszenierung überzeugte durch tolle Darsteller, flotte Musik, klasse Ensembleszenen, großartige Tanzeinlagen, schöne Kostüme und durch ein Bühnenbild, welches aus fast „nichts“ bestand, nämlich einer Drahtkonstruktion und einigen wenigen Requisiten. Dies genügte aber völlig die jeweiligen Schauplätze der verschiedenen Szenen zu charakterisieren. Ein aufwendigeres Bühnenbild oder gar ein opulentes Licht, auch hier war man sparsam nur auf Spots beschränkt, hätte höchstwahrscheinlich von der hervorragenden Leistung der Schauspieler abgelenkt. So jedoch stand ihr Können völlig im Mittelpunkt.
Obwohl das Ensemble insgesamt sehr gut war, möchte ich vier Darsteller hervorheben: Leah Delos Santos als Maria (was für eine Stimme), Maaike Schuurmans als Anita (was für ein Charisma), Nivaldo Allves (schien in seiner Rolle als Bernardo geboren worden zu sein) und ein gefühlvoller Tony, nämlich Christian Alexander Müller (von dem wir noch viel hören werden…vielleicht sogar schon in der nächsten Spielzeit – er deutete so etwas an).
Die Musik von Leonard Bernstein ist, wenn man bedenkt, dass diese Komposition über vierzig Jahre alt ist, nach wie vor schwungvoll, sogar ein wenig bizarr, geradezu modern. Auch die Geschichte, nämlich das Liebesdrama zwischen Tony und Maria, die zu rivalisierenden Gruppen Jugendlicher gehören, ist in der heutigen Zeit mit allem gesellschaftspolitischen Anspruch, ebenso brandaktuell.
Ein paar Mal während des Stücks hatte ich Tränen in den Augen, so sehr hat mich der Gesang und das Schauspiel der Darsteller berührt, obwohl ich aus der 39. Reihe das Minenspiel der Gesichter nicht richtig ausmachen konnte. Auch aus diesem Grund ist mein Kompliment an das Ensemble riesengroß, denn es macht gutes Theater aus, auch den Besucher in der letzten Reihe mit den auf der Bühne dargestellten Emotionen erreichen zu können.
Den Abschluss der Derniere bildete ein Ständchen der Darsteller und des Orchesters an die scheidende Intendantin der Festspiele, Elke Hesse, die Vergabe des Publikumspreises an die besten Darsteller der Sparte Musical (Leah Delos Santos und Christian Alexander Müller) sowie ein furioses Feuerwerk.
Ich war begeistert und kann die Bad Hersfelder Festspiele nur jedem empfehlen.

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